Depression

Wie entsteht eine Depression?

 

Die Entstehung von Depressionen ist multifaktoriell bedingt. Das bedeutet, dass zumeist Einiges zusammen kommt, wenn wir depressiv werden.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.

Hermann Hesse

 

Unsere Lebensgeschichte spielt hier eine wichtige Rolle. Wie wurde in meiner Herkunftsfamilie generell mit Gefühlen umgegangen? Durfte ich Geborgenheit, Liebe und Respekt erfahren? Konnte ich einen guten Umgang mit emotional schwierigen Situation erlernen? Wurde ich als Person gesehen? Habe ich Wertschätzung und Respekt erfahren, oder ist mir bereits in meinem Heranwachsen Abwertung und Ablehnung begegnet?

Bei der Entstehung von Depressionen spielen weiters biologische, als auch akut situativ belastende Faktoren, eine Rolle.

Unsere Gene zählen dazu, genauer gesagt unsere Anlagen wie wir äußere Reiz verarbeiten. Oder anders ausgedrückt, unsere individuell mehr oder weniger ausgeprägte Empfindsamkeit.

Es besteht vermutlich auch eine genetische Vorbelastung. Sind in der Familie bereits psychische Erkrankungen aufgetreten, tragen wir ein höhers Risiko selbst zu erkranken.

Im Vulnerabilitäts-Stress-Modell wird die individuelle psychische Verletzlichkeit mit einem Fass beschrieben, das unterschiedlich schnell zum Überlaufen gebracht werden kann. Das Wasser, mit welchem das Fass befüllt wird, soll dabei beruflichen und privaten Stress sowie soziale Belastungen darstellen.

 

 

Jeder Mensch hat ein unterschiedlich großes „Fassungsvermögen“ und ist daher unterschiedlich belastbar. Hat das Fass einen höheren Boden, zeigt dies die hohe Vulnerabilität eines Menschen an. Menschen, die an einer Depression erkranken haben entweder ein geringeres Fassungsvermögen, ihre Vulnerabilität ist erhöht, oder sie waren besonders vielen großen psychosozialen Belastungen ausgesetzt.

Überlastung, emotionalle Erschütterung, zu viel Stress oder ein Verlusterlebnis kann dann zum letzten Tropfen und Auslöser eines depressiven Leidens werden.

 

Was sind die Anzeichen einer depressiven Erkrankung?

anhaltende Traurigkeit
Verrmeiden von Beziehungen und sozialen Kontakten,
Freudlosigkeit
Sinnlosigkeitsgefühle
Energielosigkeit
Konzentrations- und Erinnerungsschwierigkeiten
Interesselosigkeit an Liebgewonnenem
Lustlosigkeit
Hoffnungslosigkeit und Niedergeschlagenheit
Abgeschlagenheit und Erschöpfungszustand
Schlafprobleme
Atembeschwerden
Suizidgedanken


Red Flags Depression

 

Wo finde ich Hilfe?

 

Manchmal kann es sinnvoll sein sich, ergänzend zur Psychotherapie, auch in fachärztliche Behandlung zu begeben. Es gibt wirksame Medikamente die positiv auf das biochemische Ungleichgewicht im Gehirn einwirken können. Hier erweist sich eine gewisse Offenheit für eine pharmakologische Behandlung als vorteilhaft, da der begleitende Einsatz von Medikamenten eine gut erprobte und wirksame Stütze sein kann.

In der existenzanalytische Depressionstherapie geht es darum, dass Sie den Wert des Lebens wieder fühlen und erleben können. Dass es gut ist, da zu sein. Das es gut ist zu leben und wieder Energie, Freude und Zuversicht zu spüren.

Es geht um das gemeinsame Aufspüren der individuellen Ursachen der Depression, darum das tatsächliche individuelle Leiden und die individuelle Belastung zu bergen und zu verstehen. Die Begegnung mit der eigenen Person und den eigenen, ganz besonders mit den schmerzhaften Gefühlen, kann schließlich, im geschützten Rahmen der Therapie, möglich werden.

So gelingt es wieder in eine gute Beziehung zu sich selbst zu treten und die eigentlichen Gefühle, die bewegen und berühren, endlich wieder zulassen zu können. So können Sie sich sich mit ihnen auseinandersetzten und sie verarbeiten. Ein Heilungsprozess kommt in Gang.

 

Was kann ich selber tun?

 

Depressionsvorbeugend ist es von großem Wert „positive Gewohnheiten“ zu entwickeln und sie aktiv in den Alltag einzubauen.

Füllen Sie Ihr Leben mit positiven Erlebnissen!

Dazu gehört die Pflege von Beziehungen, das Zulassen von Nähe zu anderen Menschen (aber zum Beispiel auch die Nähe zu Haustieren´`´`), das Finden und regelmäßige Aufsuchen von körperlichen und geistigen „Tankstellen“ wie Bewegung und Sport oder gemeinschaftliche Aktivitäten, gesunde Ernährung, ein guter Schlafrhythmus, Zeit in der Natur, das Erlernen und Üben von Entspannungstechniken, neue Erfahrungen im Allgemeinen sowie der Genuss von Kunst und Kultur.

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